Ein Ort der Tradition und des guten Geschmacks

Fertigstellung des LEADER-Projektes Kirchberger Backhaus

 Der Duft nach frisch gebackenem Brot machte sich am Samstag, dem 9. Dezember 2017 in der Emstalstraße in Niedenstein-Kirchberg breit. Der neue Backofen des alten Backhauses ging erstmalig in Betrieb, sodass sich die Gäste zur offiziellen Projektfertigstellung auf den wahren Schmaus einer zünftigen Brotzeit freuen durften.

 „Es ist ein Ort der Tradition und des guten Geschmacks entstanden“, freute sich Projektleiter Uwe Lecke vom Kirchberger Backhausteam. Das in die Jahre gekommene Backhaus konnte mit Hilfe der LEADER-Region Casseler Bergland und einer finanziellen Förderung der Europäischen Union und des Landes Hessen wieder in Stand gesetzt werden. Der alte Ofen wurde nur noch unregelmäßig heiß und die Backerzeugnisse hatten nicht mehr die gewünschte Qualität. Also entschloss man sich ein Konzept zum Erhalt des Backhauses und zur Weiterentwicklung der Gebäudenutzung sowie der damit verbundenen Tradition des Brotbackens zu schreiben.

 Im späten Frühjahr diesen Jahres erhielt die Stadt Niedenstein, die Eigentümerin des Gebäudes ist, schließlich die Projektbewilligung und das Vorhaben konnte begonnen werden. Das städtische Gebäude erfreut sich seitdem einer regen Vereinsbelebung. In zahlreichen Arbeitsstunden haben die Kirchberger Männer mit viel Fleiß und handwerklichem Geschick den alten Backofen abgebaut und  einen Neuen wieder eingesetzt. Die Instandsetzung wurde von drei Fachfirmen unterstützt. Der alte vorgebaute Rundbogen des Backofens wurde dabei erhalten.

 Das Konzept sieht nun als weiteren Schritt vor, dass die alte Handwerkstradition für nachkommende Generationen zugänglich gemacht wird und auch moderne Rezepte ausprobiert werden können. „Backen lernen und regionale Produktvielfalt kosten“, könnte das zukünftig offene Angebot des Backhausteams lauten. Auf Wünsche von Interessierten will man gern eingehen.

 Auch die Ortsgemeinschaft hat vom Projekt profitiert und sich noch stärker miteinander vernetzt. So ist der lose Zusammenschluss der „Backmänner“ als Backhausteam zur Sparte des Geschichts- und Heimatvereins Kirchberg geworden. Eine „win-win“-Situation für die beiden Gruppen. Der Geschichts- und Heimatverein freut sich über den Mitgliederzuwachs und das erweiterte Vereinsangebot, und das Backhausteam kann somit ihr Vorhaben auf breitere Füße stellen. Auch die Zusammenarbeit mit der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Naturpark Habichtswald in einer ihrer LandTouren ist somit denkbar. Hier werden regionale Produktverköstigungen bei einer Wanderung oder Radtour miteinander verbunden.

 Auch Bürgermeister Frank Grunewald bedankte sich recht herzlich für das große Engagement der Kirchberger, das durch Generationen hinweg bei diesem Projekt zum Tragen kam. Die Gesamtkosten für das Backhauskonzept lagen bei rund 22.100 €, davon wurden 12.871  € als Fördermittel bezuschusst. Die Differenz zwischen Förderung und Gesamtkosten sollen durch vorhandene Rücklagen zur Backhausrenovierung und Spenden getragen werden. Die Kirchberger Jausenstation ging mit gutem Beispiel voran und spendete die Einnahmen  der diesjährigen Tombola des Sommerfestes in Höhe von 300 €. Auch der Stammverein trug mit einer Spende dazu bei, die noch offene Lücke ein wenig kleiner werden zu lassen. Das Backhausteam bedankt sich hierfür ausdrücklich.

 Bei einem gemütlichen Vesper und einer Tasse Kaffee schwelgten die Männer im Anschluss der Projektübergabe bereits in Gedanken, was beim ersten Backtermin im Neuen Jahr in den Ofen geschoben werden soll. Wäre das Jahr nicht bereits so weit fortgeschritten, hätte ein gemeinsames Christstollenbacken ein schönes Ereignis in der Adventszeit sein können. Für das kommende Jahr soll es jedoch fest im Backplan verankert werden.

 

 

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